Objekt des Monats - Blütenpräparat einer Ragwurz
Anstatt eines Diapositivs wurde in diesem Glasplattendia eine sorgfältig präparierte und gepresste Orchideenblüte eingeklemmt. Das Objekt gehört zu der Orchideensammlung des Bündner Geologen und Orchideenforschers Dr. Rudolf Gsell. Rudolf Gsell (1892-1953) widmete sich nach Abschluss seiner akademischen Laufbahn und Tätigkeit als Geologe mit grosser Leidenschaft der Orchideenforschung und brachte bedeutende Publikationen über die Orchideen Graubündens hervor.
Das abgebildete Blütenpräparat zeigt eine Blüte der Bienen-Ragwurz. Ragwurzen sind bekannt für ihre heuchlerische Bestäubungsstrategie, die so genannte Sexualmimikry. Dabei ahmt die Orchidee mit ihrer Blütenlippe das Aussehen, die Behaarung und den Duft eines bestimmten Insektenweibchens nach, um männliche Insekten anzulocken. Lässt sich ein Insektenmännchen täuschen, kommt es zur Pseudokopulation zwischen Orchidee und Insektenmännchen und die Ragwurz wird bestäubt.
Ab Juli können im Bündner Naturmuseum Blütenpräparate der in Graubünden vertretenen Ragwurzarten aus der Orchideensammlung von Dr. Rudolf Gsell bewundert werden.